Insbesondere im Endurance-Bereich, also bei den Distanzreitern, stehen die arabischen Verbände schon seit langem unter verschärfter Beobachtung. Um unterm Radar, also unterhalb der Wahrnehmung der FEI zu bleiben, wurden deshalb zwei Turniere im Januar und Februar 2020 als nationale Veranstaltungen ausgeschrieben: der Scheich Mohammed Cup und der President’s Cup. Tatsächlich waren es natürlich internationale Distanz-Veranstaltungen, denn die Zahl der eingeladenen Athleten überstieg weit das erlaubte Maß für nationale Turnieren.
Das FEI Board hatte in einem September-Beschluss festgehalten, dass regulär 15 auswärtige Athleten laut Satzung erlaubt gewesen wären, stattdessen aber 93 beziehungsweise 88 Starter von außerhalb der Emirate aus 24 beziehungsweise 21 ausländischen Verbänden bei den Prüfungen angetreten seien. Auf Deutsch folgte daraus, dass nun endgültig der Geduldsfaden bei der FEI mit den Emiraten gerissen ist – oder, im ordentlichen Beschluss-Format: Die FEI-Spitze war sich „einig, dass eine signifikante Sanktion erforderlich ist“.
Der CAS hat es auch finanziell nicht abgemildert: Er entschied, dass „25% des Preisgeldes, das beim Sheikh Mohammed Cup 2020 vergeben wurde, und 5% des Preisgeldes, das beim Präsidentenpokal 2020 vergeben wurde, an die FEI gezahlt werden müssen, zuzüglich der Organisation von Gebühren, die an die FEI zu zahlen gewesen wären. Die Veranstaltungen wurden als CEIs abgehalten.“